Immobilie vermieten in Österreich
Sie haben eine Wohnung, ein Haus oder eine Ferienwohnung und denken darüber nach, Ihre Immobilie zu vermieten? Dann sind Sie nicht allein: Immer mehr Eigentümer in Österreich entscheiden sich dafür, ihren Besitz gewinnbringend zu nutzen – ob als langfristige Einkommensquelle oder als flexibles Zusatzeinkommen durch Kurzzeitvermietung. Hier erfahren Sie alles rund um das richtige Vermieten von Immobilien, worauf Sie achten sollten und welche Art der Vermietung die richtige für Sie ist.
Langzeitmiete oder Kurzzeitmiete: Was ist zu beachten?
Grundsätzlich gilt, dass eine Wohnung nur dann von einer Person angeboten werden darf, die über das Eigentum verfügt oder eine entsprechende Nutzungs- bzw. Untervermietungsgenehmigung besitzt. Ist diese Frage geklärt, können Sie entscheiden, ob Sie langfristig oder kurzfristig vermieten wollen. Beides hat Vorteile und Nachteile.
Langzeitmiete
- Bedeutet, dass der Mietvertrag bei unternehmerischer Vermietung mindestens auf 5 Jahre, bei privaten Kleinvermietern auf mindestens 3 Jahre (befristet) oder auf unbestimmte Zeit (unbefristet) läuft.
- Vorteil: Planbare, regelmäßige Einnahmen über einen längeren Zeitraum.
- Nachteil: Bindung an den Mieter, eigene Nutzung nur beschränkt möglich
- Wichtig zu wissen: Die Kündigung eines Mieters ist in Österreich aufgrund des starken Mieterschutzes an strenge Voraussetzungen geknüpft. Der Mieterschutz verhindert jedoch nicht, dass man gegen Nichtzahler („Mietnomaden”) vorgeht.
Kurzzeitmiete
- Bietet maximale Flexibilität durch eine Vermietung von 1-6 Monaten
- Ideal für: Ferienunterkünfte, möblierte Apartments oder Wohnungen in urbanen sowie touristischen Lagen.
- Vorteil: erzielbare Rendite liegen oft höher als bei klassischer Langzeitvermietung
- Nachteil: Hotels als Konkurrenz
Tipp: Wenn die eigene Nutzung der Immobilie eine Rolle spielt, dann ist Kurzzeitmiete möglicherweise die richtige Entscheidung.
Den richtigen Mietpreis finden
Ob Kurz- oder Langzeitmiete: Der Mietpreis entscheidet maßgeblich darüber, ob sich eine Vermietung rechnet. Die Grundlage für die Vermietung von Immobilien ist das Mietrechtsgesetz (MRG) in Österreich.
Rechtliche Rahmenbedingungen
- Das MRG gilt im vollen Umfang nur bei Mietwohnungen, die vor dem 1. Juli 1953 und vermietete Eigentumswohnungen, die vor dem 8. Mai 1945 errichtet worden sind. Für diese Wohnungen gilt eine Höchstgrenze für den Mietpreis.
- Andere Wohnungen betrifft das MRG nur teilweise, beispielsweise bei Vorschriften zur Kaution, Befristungen oder Kündigungen.
- Für Kurzzeitvermietungen gilt die Vollausnahme vom MRG laut § 1 Abs. 2 Z 3 MRG
Klarer Vorteil für Kurzzeitmieten: Richtwert- oder Kategoriemieten gelten für Mieten von 1 bis 6 Monaten nicht, es gibt keine 5-Jahre-Mindestbefristung für unternehmerische Vermietungen bzw. keine 3-Jahres-Mindestbefristung für private Kleinvermieter und keine Mietpreisbremse zu beachten.
Renditenrechnung
Bevor Sie einen Preis festlegen, lohnt sich eine Kalkulation der Bruttomietrendite:
Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis × 100 = Bruttomietrendite in %
Eine Rendite von etwa 3-5 % gilt bei Langzeitmiete in Österreich als marktüblich. Bei professionell betriebener Kurzzeitvermietung sind je nach Lage und Auslastung auch 6-10 % und mehr realistisch.
Zusätzliche Kriterien
Neben den rechtlichen Bedingungen und der Entscheidung für oder gegen eine Dauervermietung, ist es wichtig den Mietpreis auf folgende Kriterien anzupassen:
- Lage, Nachfrage und Angebot
- Beschaffenheit und Zustand
- Ausstattung
Besonders für Kurzzeitvermietung ist die Erwartung einer voll ausgestatteten Wohnung sehr hoch. Sie muss über bezugsfertige Räume verfügen, sodass Mieter ohne zusätzlichen organisatorischen Aufwand einziehen können und lediglich ihre persönlichen Gegenstände mitbringen müssen.
Mietvertrag richtig aufsetzen
Ein rechtssicherer Mietvertrag schützt beide Seiten – und verhindert späteren Ärger. Folgende Punkte sollten Sie im Mietvertrag klar regeln:
- Mietdauer: Befristet oder unbefristet?
- Mietzins und Betriebskosten: Was ist im Preis inbegriffen?
- Kaution: In Österreich sind bei Langzeitmieten maximal drei Bruttomonatsmieten üblich. Die Kaution ist auf einem Treuhandkonto oder Sparbuch anzulegen und samt Zinsen bei Mietende zurückzugeben.
- Haustiere: Erlaubt oder nicht?
- Reparaturpflichten: Welche Kleinreparaturen trägt der Mieter?
- Untervermietung: Explizit ausschließen, sofern nicht gewünscht.
Für befristete Mietverhältnisse gelten in Österreich besondere Regelungen nach ABGB und MRG, die je nach Art der Wohnung unterschiedlich greifen. KURZZEiTmiete stellt bewährte Mietvertragsvorlagen zur Verfügung, die auf die Besonderheiten der möblierten Kurzzeitvermietung abgestimmt sind.
Wohnung optimal vorbereiten
Eine gut vorbereitete Immobilie erzielt einen höheren Mietpreis und zieht bessere Mieter an. Das sollten Sie vor der Vermietung prüfen:
- Zustand und Ausstattung: Sind alle technischen Einrichtungen funktionstüchtig? Küche, Bad, Heizung und Elektrik sollten einwandfrei sein. Frisch gemalte Wände, saubere Böden und funktionierende Fenster hinterlassen einen professionellen Eindruck.
- Möblierung: Bei Kurzzeitvermietung ist eine vollständige Möblierung inklusive Bettwäsche, Handtücher und Küchenausstattung Mindestanforderung. Ziel ist es, dass sich die Mieter in der Wohnung sofort wie zu Hause fühlen. Bei Langzeitmiete können Sie die Wohnung möbliert oder unmöbliert anbieten – möblierte Objekte erzielen in der Regel höhere Preise.
- Professionelle Fotos: Hochwertige Bilder sind der wichtigste Faktor für eine erfolgreiche Vermietung. Helles, aufgeräumtes Ambiente und gute Beleuchtung machen den Unterschied.
Mieter finden: Mit oder ohne Makler Immobilie vermieten?
Den richtigen Mieter zu finden ist nicht immer leicht, vor allem, wenn man sich vor sogenannten Mietnomaden schützen möchte. Erkundigen Sie sich gerne bei den bisherigen Vermietern, ob pünktlich gezahlt wurde. Aber Vorsicht: Fragen zur ethnischen Zugehörigkeit, Religion oder politischer Denkweise sind nicht erlaubt.
Selbst inserieren über Online-Plattformen
Diverse Online-Plattformen wie KURZZEiTmiete für Wohnungen auf Zeit ermöglichen es Ihnen heute, ohne Makler schnell und kostengünstig eine breite Zielgruppe zu erreichen. Achten Sie darauf ein vollständiges Inserat abzugeben mit Personenanzahl, Wohnfläche, Kaution, Betriebskosten, Verfügbarkeiten oder anfallende Provisionskosten bei Beauftragung eines Maklers.
Inserat mit einem Makler
Sie können auch auf die Expertise eines erfahrenen Maklers zurückgreifen. Dieser übernimmt gegen Provision die Preisermittlung, das Exposé, die Besichtigungen und die Mieterprüfung. Seit Juli 2023 gilt in Österreich das sogenannte Bestellerprinzip. Das bedeutet, dass die Maklergebühren von demjenigen getragen werden, der den Makler als erster beauftragt hat. In der Regel ist das der Vermieter.
Bonitätsprüfung
Unabhängig davon, wie Sie den Mieter gefunden haben: Prüfen Sie vor Vertragsabschluss die Bonität. In Österreich kann die Bonität einer Privatperson über den Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870) angefragt werden. Verlange vom Mieter:
- Lichtbildausweis
- Einkommensnachweis (Gehaltszettel, Kontoauszüge)
- Arbeitgeberbestätigung
- ggf. Selbstauskunft
Klarer Vorteil: Bei KURZZEiTmiete ist das nicht zwingend nötig, da die 1. Monatsmiete bei Zahlungsausfall garantiert wird.
Rechte und Pflichten als Vermieter
Als Vermieter haben Sie nicht nur Rechte – Sie tragen auch Verantwortung.
Deine Pflichten:
- Erhaltungspflicht: Sie müssen ernsthafte Schäden beheben – eine defekte Heizung, undichte Leitungen oder Schäden an der Elektrik sind grundsätzlich von Ihnen zu tragen.
- Allgemeine Teile des Hauses: Stiegenhaus, Aufzug oder Dach müssen in ordnungsgemäßem Zustand gehalten werden.
Deine Rechte:
- Betreten der Wohnung: Nur nach vorheriger Ankündigung und mit Zustimmung des Mieters.
- Kündigung: Mietverträge, die dem MRG unterliegen, lassen sich nur aus wichtigen Gründen kündigen – etwa bei Zahlungsverzug (mindestens 8 Tage) inkl. Nachfristsetzung, Eigenbedarf oder grobem Fehlverhalten des Mieters.
Steuern bei der Vermietung
Mieteinnahmen sind in Österreich steuerpflichtig. Folgende Abgaben sind relevant:
Einkommensteuer: Alle Mieteinnahmen sind als Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung zu versteuern. Dem gegenüber stehen absetzbare Werbungskosten wie Betriebskosten, Instandhaltungsaufwendungen, Abschreibung (AfA), Finanzierungszinsen und Verwaltungskosten.
Umsatzsteuer: Liegt der Gesamtumsatz unter 55.000 Euro im Jahr, gilt die Kleinunternehmerregelung – Sie sind von der Umsatzsteuer befreit. Darüber hinaus kann man zur USt-Pflicht optieren.
Empfehlung: Beauftragen Sie einen Steuerberater, um Ihre Steuerlast legal zu optimieren und alle Abzugsmöglichkeiten zu nutzen. Gerade bei der Kurzzeitvermietung gibt es spezifische steuerliche Fragen, die individuelle Beratung erfordern.
TIPP: Sollten Sie steuerliche Fragen rund um die Vermietung haben, vermitteln wir gerne kompetente Berater.
Versicherung und Risikomanagement
- Eigenheim-/Gebäudeversicherung: Schützt das Gebäude selbst vor Schäden durch Feuer, Wasser, Sturm etc.
- Mietausfallsversicherung: Deckt Einnahmenausfälle ab, wenn ein Mieter nicht zahlt oder die Wohnung unbewohnbar wird.
- Rechtsschutzversicherung: Besonders empfehlenswert bei Streitigkeiten rund um Mietzins oder Kündigung.
Leerstandsabgabe vermeiden
Mehrere österreichische Bundesländer haben eine Leerstandsabgabe eingeführt oder planen deren Umsetzung. Wer eine Wohnung dauerhaft leer stehen lässt, riskiert damit zusätzliche Kosten. Die Vermietung auf Zeit ist eine effektive Möglichkeit, Leerstand zu vermieden.
- Wohnung wird regelmäßig genutzt
- Sie erzielen Einnahmen
- Sie bleiben flexibel
Checkliste: Immobilie vermieten Schritt für Schritt
☐ Entscheidung: Kurz- oder Langzeitmiete?
☐ Rechtliche Rahmenbedingungen klären (MRG, Befristung, Bestellerprinzip)
☐ Mietpreisermittlung und Renditekalkulation
☐ Wohnung vorbereiten: Zustand, Ausstattung, Energieausweis, Fotos
☐ Inserat erstellen (inkl. Pflichtangaben)
☐ Mieter-/Gästesuche starten (mit oder ohne Makler/Plattform)
☐ Bonitätsprüfung / Buchungsbestätigung einholen
☐ Mietvertrag aufsetzen und unterzeichnen
☐ Kaution kassieren vor Schlüsselübergabe
☐ Übergabeprotokoll mit Fotos und Zählerständen erstellen
☐ Versicherungsschutz prüfen
☐ Steuerberater informieren
☐ Laufende Verwaltung organisieren (oder auslagern)
In 3 Schritten zur erfolgreichen kurzzeitVermietung
Schritt 1: Inserat erstellen
Registrieren Sie sich als Vermieter auf KURZZEiTmiete und erstellen Sie Ihr Inserat. Hochwertige Fotos, eine klare Beschreibung der Ausstattung und ein realistischer Mietpreis sorgen dafür, dass deine Wohnung gefunden und angefragt wird.
Schritt 2: Mieter auswählen
Sie erhalten Anfragen von Interessenten direkt über die Plattform. Wählen Sie den passenden Mieter aus, klären Sie offene Fragen und stimmen Sie den Einzugstermin ab. In der Regel erwarten Kunden auf ihre unverbindliche Anfrage innerhalb von max. 24 Stunden eine Rückmeldung vom Vermieter mit einer verbindlichen Bestätigung. Rechtlich bindend wird die Anmietung jedoch erst, wenn der Mieter die Buchung final bestätigt und die Anzahlung online bezahlt hat.
Schritt 3: Vermieten und Einnahmen erzielen
KURZZEiTmiete stellt Ihnen den Mietvertrag fix und fertig mit allen ausgefüllten Daten zur Verfügung. Nach der digitalen Unterfertigung des Mietvertrags, bspw. durch ID-Austria, läuft die Vermietung. Sie erhalten pünktlich Ihre Mieteinnahmen ohne großen Verwaltungsaufwand. Die Rechnungslegung erfolgt zur Gänze durch KURZZEiTmiete.
Diese Informationen sind als unverbindlicher Service zu verstehen und stellen lediglich eine allgemeine Orientierungshilfe und keinesfalls eine Rechtsberatung dar. Die auf dieser Website zur Verfügung gestellte Information kann eine individuelle, auf den Einzelfall bezogene, Beratung nicht ersetzen. Für Inhalt und Richtigkeit wird keine Haftung, gleich welcher Art, übernommen.
FAQ - Fragen zur Vermietung einer Immobilie
Bei der Langzeitvermietung wird eine Wohnung meist für mindestens 3 oder 5 Jahre oder unbefristet vermietet und bietet stabile Einnahmen. Kurzzeitvermietungen dauern meist 1–6 Monate und bieten mehr Flexibilität, können aber auch mehr Aufwand und Konkurrenz mit sich bringen.
Der Mietpreis hängt von Faktoren wie Lage, Zustand, Ausstattung und rechtlichen Vorgaben ab. Zusätzlich sollten Sie die Bruttomietrendite berechnen, um zu prüfen, ob sich die Vermietung wirtschaftlich lohnt.
Ein Mietvertrag sollte unter anderem Mietdauer, Mietzins und Betriebskosten, Kaution, Regelungen zu Haustieren sowie Reparaturpflichten enthalten. Klare Vereinbarungen helfen, spätere Streitigkeiten zwischen Vermieter und Mieter zu vermeiden.
Typischerweise sollten Sie einen Lichtbildausweis, Einkommensnachweise, eine Arbeitgeberbestätigung und gegebenenfalls eine Selbstauskunft verlangen. Diese Dokumente helfen Ihnen, die Bonität des Mieters zu prüfen.
Ja, Mieteinnahmen gelten als Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung und müssen versteuert werden. Gleichzeitig können viele Kosten wie Instandhaltung, Finanzierung oder Abschreibung steuerlich abgesetzt werden.